Montag, Juni 28, 2004

Die Finanz-Kolumne
Schulden, Schulden, Schulden

Am Dienstag wird die Federal Reserve zum ersten mal seit 4 Jahren die Zinsen anheben. Dabei riskiert sie, den größten privaten Schuldenberg der US-Nachkriegsgeschichte ins Wanken zu bringen – den sie zuvor selbst aufgebaut hat

Wenn Alan Greenspan am Dienstag die Erhöhung der Federal Funds Rate von einem auf 1¼ Prozent bekannt geben wird, geschieht dies keinen Tag zu früh. Seit Beginn des Jahres ist die US Kerninflation – das ist die Teuerungsrate aller Güter außer Lebensmitteln und Energie (also auch ohne Öl) – von einem auf 1¾ Prozent gestiegen. Und laut Consumer Survey der University of Michigan rechnen Amerikas Konsumenten in einem Jahr mit 3.3 Prozent Inflation – über jenen 3 Prozent, welche die Fed ihrer eigenen Ansicht nach gerade noch zulassen kann, ohne ihren Ruf als Hüterin der Geldwertstabilität zu gefährden.

Die Rückkehr der Inflationssorgen ist kein Zufall: Greenspans Fed hat in den vergangenen Monaten mit aller Macht darauf hingearbeitet. Nach einer einfachen Faustregel wirkt Geldpolitik immer dann expansiv (d.h. sie befördert Wachstum und/oder Inflation) wenn der Zentralbankzins niedriger liegt als das nominale Wirtschaftswachstum. Letzteres liegt bei 6 Prozent (4 Prozent Realwachstum plus 2 Prozent Kerninflation). Die Fed müsste demnach die Federal Funds Rate um volle 5 Prozentpunkte anheben, nur um auf einen neutralen Kurs einzuschwenken – von Bremsen der Inflation ganz zu schweigen. Der viertel Prozentpunkt, der für Dienstag erwartet wird, nimmt sich dagegen sehr mager aus. Ist Greenspan die Inflation aus der Kontrolle geraten ?

Alan Greenspan: Held oder Hasardeur?

Nach gängiger Sicht ist Alan Greenspan der Held und Übervater des amerikanischen Wirtschaftswunders. Die Story geht wie folgt.....
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